Für den Laien hat ein Arbeitstag in einer Bäckerei wohl nur wenig mit einer Skitour zu tun.

Martin Walch sieht durchaus Parallelen: „Das härteste ist jeweils der Beginn“, erklärt er. „Man akzeptiert als Bäcker das frühe Aufstehen, denn ohne frühen Start geht es nicht. Manches Mal ist es aber etwas mühsam, bis man in die Gänge kommt. Wenn man dann aber drinnen ist, ist es eine Gaude.“ Ganz ähnlich sei das eben mit dem Aufstieg beim Skitouren: „Am Anfang ist es oft hart, aber sobald man im Rhythmus ist, ist es richtig lässig.“

Überhaupt hat das Skifahren und insbesondere das Skitouren für Martin – wie für viele Menschen in Lech – einen ganz besonderen Stellenwert. „Sobald ich die Skischuhe anziehe, bin ich in einer anderen Welt. Beim Skifahren hole ich mir den Ausgleich und die Kraft für den Arbeitsalltag. Körperlich verbraucht man zwar Kräfte, aber im Kopf wird der Akku aufgeladen.“ Schon in Kindertagen war er am liebsten abseits der Piste im Gelände unterwegs – das hat sich bis heute nicht geändert. Es war also früh klar, dass Martin irgendwann zu den Tourenskiern greifen würde. „Ich bin aber kein klassischer Tourengeher. Bei mir liegt der Fokus klar auf der Abfahrt. Drei Stunden aufsteigen, um dann eine Stunde abzufahren, das ist nicht so meines“, grinst er. Und warum dann nicht einfach den Lift nehmen? „Beim Tourengehen hast du keine Menschenmassen und keinen Stress. Du bist in der Natur, nimmst die Ruhe und die Kraft der Berge auf und bei der Abfahrt strömt das Adrenalin du rch dein ganzen Körper. Das ist Stressabbau pur, man denkt über viele Dinge nach und findet neue Wege und Lösungen.“

Dass es nicht nur Martin so geht, sieht man auch daran, dass Skitouren heute einen regelrechten Boom erlebt. Immer mehr Menschen suchen einen Ausgleich zum hektischen Alltag – und finden diesen in Sportarten wie dem Skitouren. Davon profitiere man auch im Berufsleben: „Wenn ich das Skifahren nicht hätte, würde auch die Arbeit nicht so gut funktionieren“, ist Martin überzeugt. Immer mit dabei hat der Bäckermeister – natürlich – eine passende Jause: „Entweder eines unserer belegten Brötchen oder einfach ein leeres Brötchen und einen Landjäger. Und natürlich einen unserer selbstgemachten Müsliriegel.“ Dieser enthält Nüsse, diverse Kerne und Honig, gibt einem also einen Energieschub, aber ohne ungesunde Zutaten. „Wenn du keine Kraft mehr hast, ist das Gold wert“, sagt Martin. Und der muss es ja wissen, schließlich steht er schon seit Kindheitstagen regelmäßig auf den Skiern.


Am Anfang ist es oft hart, aber sobald man im Rhythmus ist, ist es richtig lässig. Martin Walch
Martin Walch

Was es sonst noch zu erzählen gibt.